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Wohnblock in Peking, 4. Ring. Quelle: Privat.
Eine der ersten Erfahrungen von Praktikanten und Studenten aus westlichen Ländern in der kälteren Jahreszeit in der V.R. China ist die doch teilweise mangelhafte oder gewöhnungsbedürftige Beheizung von Wohnräumen in den chinesischen Städten.
Die meisten Wohnhäuser in China sind riesige Wohnblocks, die selber wiederum in meistens ummauerten und bewachten Wohnbereichen liegen. Die einzelnen Wohnhäuser verfügen über keine Zentralheizung. Die Energie für das Heizungssystem kommt als Fernwärme von nahegelegenen Kraftwerken. Bei den Neubauten aus den 90er-Jahren sind diese Heizungssysteme (Bild Wohnblock am 4. Ring) meistens vorinstalliert.
Es gibt jedoch auch Neubauten, wo auf diese Einrichtung gänzlich verzichtet worden ist. Ich habe dieses Jahr in einer funkelnagelneuen Wohnung bei Freunden wohnen dürfen. Diese neuen Wohnblöcke haben garkeine Heizung! Man hat aus Kostengründen auf die Einrüstung von Heizungskörpern verzichtet. “Na dann, fröhliches Frieren im Winter”, habe ich mir gedacht.
Die Wohnräume werden nur mit der Klimaanlage geheizt. Ich habe in den vergangenen Jahren mit dieser kostensparenden Methode einige Erfahrungen während meiner Aufenthalte sammeln können.

Apartmentblock. Quelle: Privat.
Dieses Jahr habe ich während einer Geschäftsreise in einem recht neuen Wohnblock in Peking wohnen können (Bild Apartmentblock). Dort bestand die Heizung zwar aus Heizungskörpern, die aber von dem in der Wohnung befindlichen Warmwasserboiler gefüllt werden sollten. Dieses etwas eigenartige System wurde dann jedoch trotz Temperaturen um die -15 Grad Celsius nicht genutzt, denn man wollte Geld sparen.
Da in meinem Mietvertrag eine Beheizung nicht explizit erwähnt gewesen ist und ich mich mit meinem Anliegen gegenüber den (sehr hübschen weiblichen) koreanischen und den chinesischen Mitbewohnern nicht durchsetzen konnte, durfte ich also frieren. Das tat ich dann auch. Mit der Klimaanlage (Bild Zimmer in der Wohngemeinschaft) auf voller Stärke konnte ich wenigstens warme Luft erzeugen. Die Wärme von Innen kam mit Tee und scharfem Essen.

Zimmer in der Wohngemeinschaft. Quelle: Privat.
Für die Wohnungssuche in Peking, Tianjin und anderen Städten rate ich aufgrund dieser Erfahrungen, dringend auf dieses Detail zu achten. In den südlichen Provinzen gibt es keine Heizungen. Auf dem Lande sieht das in den Bauernhäusern ebenfalls schlecht aus, denn diese sind in ihrer Ausstattung noch einfacher. Mir fehlen dazu jedoch einschlägige Kenntnisse.
Leider muss man jedoch auch bei Wohnungen mit funktionierendem Heizungssystem eine zeitlang frieren, denn die Chinesen haben eine Heizungsperiode. Sie beginnt am 15.11. und endet am 15.03.. In den Übergangszeiten kann es jedoch auch schon empfindlich kalt in Peking werden. Vorgestern ist in der Hauptstadt Schnee gefallen. Eine leider frierende Chinesin hat mich zu diesem Beitrag inspiriert.
Was haben Sie/ habt Ihr denn für Erfahrungen mit der Beheizung von Wohnräumen in der V. R. China gemacht?